Cross Cultural Communication: Wir haben mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede

→ Meine Erfahrung in Mainz auf einem Workshop in der Tutoren-Bundesliga

Ich bin sehr dankbar, dass ich als Tutorin an einem Workshop des Deutschen Studentenwerks über Cross Cultural Communication am vergangenen Wochenende teilnehmen konnte. Das Ziel war, soziale und interkulturelle Kompetenzen in Kommunikation und Konflikten zu stärken. Die anderen Teilnehmer waren großartig und ich habe viel Inspiration für meine Mission im CAH mit nach Hause genommen.

Doch eins nach dem anderen: Mein Tutor-Kollege Aldo und ich fuhren am Freitagmorgen mit dem Zug von Kiel nach Mainz. Wir brauchten fast 6 Stunden, obwohl wir ICE fuhren, was echt angenehm war. Als wir dann in Mainz angekommen waren, liefen wir selbstbewusst in die falsche Richtung. Trotzdem sahen wir dadurch mehr von der Stadt und das war auch gut, weil ich vorher noch nie in Mainz war… Nachdem ich mein Zimmer mit Ausblick auf den Rhein bezogen hatte, war es Zeit, die anderen 20 internationalen TutorInnen aus ganz Deutschland kennenzulernen. Man merkte schon durch die Stimmung an den Tischen beim Abendbrot, dass sich dort tolle, wunderbare und witzige Menschen trafen!

Nach dem Essen machten wir eine nette Führung durch Mainz. Als Latein-Studentin war ich besonders angetan von den Spuren, die die Römer in der ganzen Stadt hinterlassen haben. Insgesamt ist Mainz eine wirklich schöne Stadt!
Während unserer Tour fing es ziemlich stark an zu schneien. Umso glücklicher waren wir, uns danach in eine gemütliche Bar zu setzen, um den lokalen Wein zu probieren 🙂

Am nächsten Tag gab es ein frühes Frühstück und eine Menge Kaffee. Das Training wurde angeleitet von Miriam Remy, einer wirklich kompetenten Mentorin. Wir verbrachten den Vormittag damit, uns noch besser kennenzulernen. Als Impuls empfehle ich jedem den TED talk von Taiye Selasi: „Don’t ask me where I come from, ask me where I’m a local“, weil eine Nationalität viel zu wenig über die eigentlichen Faktoren des Zugehörigkeitsgefühl (Routinen, Beziehungen und Hindernisse) eines Individuums aussagt.
Die Sitzung am Nachmittag verging auch wie im Flug: Wir sprachen über die Falle des Ethnozentrismus und Strategien, um die Kommunikation über Kulturgrenzen hinweg zu verbessern. Ich merke, wie sehr ich mich in diesem vertrauensvollen Raum persönlich entwickeln konnte und es hat sehr geholfen, mit unseren eigenen, persönlichen Erfahrungen zu arbeiten. Als Team gaben wir uns gegenseitig Tipps für jegliche herausfordernde Situationen in interkulturellen Kontexten. Dazu zählt beispielsweise, nicht alles zu persönlich zu nehmen oder ein Problem aus mehreren Perspektiven zu betrachten.

Nach dem Abendessen besuchten wir ein Studenten-Wohnheim und ein Tutor-Freund zeigte uns alles – es war ziemlich interessant, Ideen zu sammeln, die auch für unser Wohnheim passen könnten. Besonders die lebendigen Diskussionen mit den anderen bereicherten mich sehr.

Sonntag mussten wir noch vor dem Frühstück unsere Zimmer räumen. Danach gab es noch mehr Input dazu, wie man Vorurteile schwächen kann: Wusstest du, dass eine Gruppe oft ein negatives Bild von einer anderen Gruppe mit genau entgegengesetzten Idealen zeichnet? Das ist natürlich nur eine (unüberlegte=dumme) Reflexion unterdrückter Ängste. Doch diesen Mechanismus zu kennen, ermöglicht einem, gegen Vorurteile zu argumentieren, indem man auch aufzeigt, dass die Ideale einer Gesellschaft nicht erfüllt werden.
Wir tauschten unsere Gedanken über einen anderen gute Ted talk von Chimamanda Ngozi Adichie aus: Jeder von uns trägt viele Geschichten in sich, nicht nur eine. Wenn wir uns daran erinnern, können Vorurteile abgebaut werden.

Zum Schluss noch eine wichtige Botschaft an die Welt: „Nur wenn wir uns mischen, können wir die Bereicherung eines Treffens fühlen“ 🙂

Eure Dori